Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum du eine Absicherung deiner Arbeitskraft brauchst #10

Shownotes

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) gehört in Deutschland zu den wichtigsten privaten Versicherungen. Lea spricht heute mit Yannic von der Allianz darüber, was BU überhaupt bedeutet, warum die Absicherung eurer Arbeitskraft so wichtig ist und welche Ursachen es für eine Berufsunfähigkeit gibt.

Moderation: Lea Wagner

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Quelle der eingeblendeten Grafik: Erwerbsminderungsrente & Durchschnittsgehalt: Statistik der Deutschen Rentenversicherung, aktuelle Daten 2024.

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00:00:00: Vorhang auf für Allianz MiniTalks, deinen Podcast

00:00:03: rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen.

00:00:08: Wenn wir in den Urlaub fahren,

00:00:09: dann schließen wir meistens eine Urlaubsversicherung ab.

00:00:12: Wenn wir uns ein neues Auto kaufen,

00:00:13: dann wär’s schon gut, auch

00:00:15: eine Autoversicherung abzuschließen.

00:00:16: Aber für die wichtigste Reise unseres Lebens, nämlich

00:00:20: die Reise unseres Berufslebens,

00:00:23: dafür schließen wir oft keine Versicherung ab.

00:00:26: Wir wollen heute über dieses Thema sprechen.

00:00:28: Mein Name ist Lea Wagner und ich freue mich

00:00:29: sehr, heute Yannic bei mir zu haben.

00:00:31: Er ist Experte für Berufsunfähigkeitsversicherungen.

00:00:34: Eine Versicherung, lieber Yannic, die essenziell ist,

00:00:38: und trotzdem haben wenige Menschen eine –

00:00:41: zu wenige wahrscheinlich. Warum ist das so?

00:00:43: Ja, ich glaube mal,

00:00:44: generell ist das Thema Versicherungen

00:00:46: einfach ziemlich abstrakt und jetzt nicht so

00:00:48: das beliebteste Thema in der Bevölkerung,

00:00:51: sich damit zu befassen in der Freizeit.

00:00:53: Und zum anderen

00:00:54: ist auch generell

00:00:55: dieses Risiko, was dahintersteckt,

00:00:56: bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, nämlich so

00:00:59: die eigene Gesundheit oder

00:01:01: das, was mir selber passiert, auch ziemlich abstrakt.

00:01:03: Also ich stelle mir einfach nicht gern vor,

00:01:05: dass mir was passiert, dass es mir schlecht geht.

00:01:08: Deshalb beschäftige ich mich nicht damit.

00:01:09: Und dann beschäftige ich

00:01:11: mich auch nicht mit der Absicherung, natürlich.

00:01:13: Und ich glaube auch, weil viele denken: Okay,

00:01:16: wir leben in einem Sozialstaat.

00:01:17: Wenn mir wirklich was Schlimmes passieren sollte

00:01:19: und ich kann

00:01:20: von heute auf morgen nicht mehr arbeiten gehen,

00:01:22: dann wird schon für mich gesorgt.

00:01:24: Ist es nicht so?

00:01:25: Ja, also generell ist es so und es ist auch sehr gut

00:01:28: so, dass wir generell eine Absicherung haben

00:01:31: in dem Bereich.

00:01:32: Wir müssen aber ein bisschen aufpassen,

00:01:34: das Ganze so ein bisschen differenziert betrachten.

00:01:36: Das ist nämlich einmal die Höhe dieser Absicherung,

00:01:40: die liegt bei circa 1.100 €.

00:01:44: Das war im Jahr 2024 der durchschnittliche Wert.

00:01:47: Und wenn wir jetzt

00:01:50: mal von dem durchschnittlichen Einkommen

00:01:51: von einem

00:01:52: deutschen Bürger ausgehen,

00:01:53: dann sind wir vielleicht bei 2.400 € netto,

00:01:56: also das, was aufs Konto kommt.

00:01:57: Und wenn wir das gegeneinander rechnen,

00:01:59: klar, sind wir ganz schnell bei einer Lücke von 1.300 €.

00:02:03: Darüber hinaus haben wir noch einen ganz,

00:02:05: ganz wichtigen Punkt, nämlich

00:02:07: dass bei der sogenannten Erwerbsminderungsrente,

00:02:09: also das, was vom Staat kommt, …

00:02:10: Also die gesetzliche quasi.

00:02:11: Die gesetzliche, genau,

00:02:13: da wird nur, also

00:02:15: nur in Anführungszeichen, abgesichert,

00:02:17: ob ich noch arbeiten kann.

00:02:18: Also es wird geschaut: Kann ich noch arbeiten,

00:02:20: egal in welchem Beruf,

00:02:22: und da wird dann so eine Zeit angelegt,

00:02:24: wie viel ich noch arbeiten kann.

00:02:26: In der Berufsunfähigkeitsabsicherung

00:02:27: geht´s wirklich um den

00:02:28: Beruf, den ich ausübe aktuell.

00:02:30: Okay, also man könnte mir dann sagen,

00:02:31: wenn ich nur gesetzlich abgesichert bin:

00:02:33: Du musst jetzt völlig fachfremd das arbeiten, weil

00:02:36: du kannst es auch.

00:02:37: Ob mir das dann Spaß macht,

00:02:38: ob ich mich darin wohlfühle, ist vollkommen irrelevant.

00:02:41: Und wenn ich eine BU abschließe,

00:02:42: dann geht’s wirklich auch darum,

00:02:44: dass ich den Job, den ich bisher ausgeübt habe, nicht

00:02:46: ausüben kann.

00:02:47: So kann man es ungefähr sagen, ja.

00:02:48: Okay,

00:02:48: und diese Lücke von 1.300 €,

00:02:51: du hast am Anfang gesagt,

00:02:52: man beschäftigt sich nicht so gerne

00:02:54: damit, weil es ja sehr abstrakt ist.

00:02:56: Auch 1.300 € ist jetzt noch so ein bisschen abstrakt,

00:02:59: wenn man das runterbricht auf den Alltag.

00:03:01: Ich kriege sonst 2.400 € jeden Monat überwiesen, das ist mein Gehalt,

00:03:04: auf einmal sind es nur noch 1.100 €: 1.300 € fehlen mir.

00:03:09: Du bist Experte für das Thema.

00:03:11: Was machen solche Menschen denn in ihrem Alltag?

00:03:13: Also was, was muss ich dann kürzen?

00:03:16: Also das ist genau der Punkt.

00:03:17: Die Frage ist halt,

00:03:18: was muss ich kürzen, was will ich vielleicht

00:03:20: auch kürzen.

00:03:21: Wenn wir jetzt mal von den Basics ausgehen: Miete,

00:03:24: Nebenkosten, Nahrungsmittel, alltägliche Dinge,

00:03:28: dann sind das alle

00:03:29: alles Dinge,

00:03:29: die einem sofort einfallen, wo man weiß: Ja, okay,

00:03:31: die brauche ich, die und die muss ich haben.

00:03:34: Danach geht es aber weiter mit Dingen

00:03:35: wie Internet, wie Handy.

00:03:37: Was ich ein ganz, ganz gutes Beispiel

00:03:39: eigentlich finde, ist das Thema Streamingdienste.

00:03:41: Jeder hat mittlerweile

00:03:42: 1, 2, 3 Streamingdienste, die er monatlich bezahlt.

00:03:45: Natürlich kann ich auf die verzichten, will ich das

00:03:48: aber wirklich im Ernstfall?

00:03:50: Und danach kommen noch Dinge wie Hobby, Urlaub,

00:03:53: also Reisen, solche Dinge,

00:03:55: was das Ganze dann, glaube ich,

00:03:57: ein bisschen greifbarer macht,

00:03:58: wenn ich mir mal meine Ausgabensituation

00:03:59: so ein bisschen anschaue im Monat.

00:04:01: Also so wirklich

00:04:02: ist mein Leben dadurch nicht abgesichert.

00:04:05: Wenn ich

00:04:05: auf den Betrag falle, muss man, ja, einfach viel ändern.

00:04:10: Ich habe immer gedacht,

00:04:11: eine Berufsunfähigkeitsversicherung,

00:04:13: damit sollten sich vor allem die Menschen beschäftigen,

00:04:15: die körperlich arbeiten,

00:04:17: die eben auch mal Unfälle im beruflichen Umfeld haben könnten,

00:04:21: Handwerker oder sowas oder eben auch schnell einfach

00:04:24: dann aufgrund von Rückenproblemen

00:04:26: oder so nicht mehr arbeiten können.

00:04:27: Was würdest du sagen, für welche Berufsgruppen

00:04:30: ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung

00:04:32: besonders wichtig?

00:04:34: Ich würde sogar einen Schritt vorher noch mal angreifen

00:04:37: oder reingehen,

00:04:38: weil generell kann man sagen:

00:04:40: Jeder, der ein Einkommen bekommt

00:04:42: und jeder, der von diesem Einkommen lebt,

00:04:45: und das nicht durch Rücklagen irgendwie abdecken kann,

00:04:47: der sollte sich für eine Berufsunfähigkeits-

00:04:49: absicherung Gedanken machen.

00:04:51: Weil ich eben,

00:04:51: wenn mein Geld

00:04:53: oder mein monatliches Income weg ist,

00:04:55: dann einfach

00:04:55: keine Möglichkeit mehr habe,

00:04:56: die Ausgaben, von denen wir gerade gesprochen haben,

00:04:58: zu decken.

00:04:59: Ich meine,

00:04:59: darüber hinaus

00:05:00: gibt’s natürlich auch noch Berufsgruppen,

00:05:01: die besonders einen Fokus darauf legen sollten.

00:05:04: Und du hast schon recht,

00:05:05: körperlich Tätige sind da definitiv ein Punkt oder

00:05:09: auch Risikoträger,

00:05:10: die ein deutlich höheres

00:05:11: Risiko haben, berufsunfähig zu werden.

00:05:14: Es kann aber genauso gut

00:05:14: auch Schreibtischtäter wie mich erwischen,

00:05:17: dann vor allem

00:05:18: mit mentalen Problemen oder psychischen Erkrankungen.

00:05:22: Dann gibt’s aber auch noch andere wichtige Gruppen,

00:05:24: wie zum Beispiel Berufseinsteiger, junge Leute,

00:05:28: die am Anfang ihrer Existenz sind,

00:05:30: also für die das Einkommen das wichtigste Kapital ist,

00:05:32: um sich ihr Leben aufzubauen ...

00:05:34: Und hochgerechnet verdienen die natürlich

00:05:35: auch bis zu ihrem Rentenalter noch am meisten.

00:05:38: Also das vielleicht mal als Hausaufgabe

00:05:39: auch an diejenigen, die zuhören oder zuschauen:

00:05:41: Wenn man das mal hochrechnet,

00:05:43: also wirklich,

00:05:43: diese 2.400 € nehmen wir jetzt mal wieder netto,

00:05:45: also das, was ich aufs Konto bekomme,

00:05:47: rechne die mal zwölf aufs Jahr hoch

00:05:49: und dann als Beispiel auf 30 Jahre,

00:05:52: dann bin ich schnell mal bei roundabout

00:05:53: 850.000 €, ohne jetzt irgendwie

00:05:55: noch eine Gehaltssteigerung mit eingerechnet zu haben.

00:05:58: Also ich habe hier

00:05:59: eine dreiviertel Million, Million Euro

00:06:01: die ich irgendwie nicht absichere.

00:06:03: Eine Karre dafür würde ich schon absichern.

00:06:05: Definitiv.

00:06:06: Würde schon Sinn machen.

00:06:07: Und die Person, die dann hinterm Steuer sitzt, auch.

00:06:09: Ja, ganz genau.

00:06:10: Okay.

00:06:11: Also, lieber Yannic,

00:06:12: gerade auch für Berufseinsteiger

00:06:13: ist ja auch noch mal günstiger,

00:06:14: wenn ich anfange, noch jung bin,

00:06:17: noch gesund bin, keine Vorerkrankung habe, macht es Sinn.

00:06:20: Und vor allem Menschen,

00:06:21: die nicht irgendwie von Immobilieneinnahmen,

00:06:23: weil sie geerbt haben oder so, leben,

00:06:25: und, ja, wer hat das schon?

00:06:26: Vielen, vielen Dank für den Einblick.

00:06:28: Gerne.

00:06:28: Ich glaube,

00:06:29: wir wissen alle, dass es jetzt Sinn macht,

00:06:33: sich damit zu beschäftigen

00:06:34: und die Lücke ist schon immens,

00:06:36: wer will schon darauf verzichten, abends

00:06:37: sich auch mal einen Film anzugucken

00:06:39: Genau.

00:06:39: oder irgendeinen Streamingdienst.

00:06:40: Danke Yannic,

00:06:41: Gerne.

00:06:41: danke euch vor allem fürs Zuhören,

00:06:43: fürs Zuschauen.

00:06:43: Schön, dass ihr dabei wart.

00:06:44: Das war's schon wieder

00:06:45: mit dieser Folge der Allianz MiniTalks.

00:06:47: Und ich freue mich

00:06:48: natürlich sehr,

00:06:49: wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder einschaltet.

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