Schenken & Vererben: Warum ein Testament allein nicht reicht #15
Shownotes
Über Geld reden? Schwierig. Über den Tod reden? Noch schwieriger. Und dann beides zusammen? Genau darum geht es in dieser Folge! Lea spricht mit Felix von der Allianz darüber, warum ihr euch jetzt mit Schenken und Vererben beschäftigen solltet – und nicht erst, wenn es zu spät ist. Ihr erfahrt, wie man mit Schenkungen Steuern sparen kann und warum man seine Planung nicht bei einem Testament belassen sollte.
Moderation: Lea Wagner
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Quelle zur eingeblendeten Info-Grafik: Institut für Demoskopie Allensbach, September 2024.
Transkript anzeigen
00:00:00: Vorhang auf für Allianz MiniTalks, deinem Podcast
00:00:03: rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen.
00:00:08: Ach, so ein lauer
00:00:09: Sommerabend mit Freunden,
00:00:10: man trifft sich nach der Arbeit
00:00:11: und dann redet man
00:00:13: am allerliebsten
00:00:14: über Geld und Tod, oder?
00:00:16: Nee, ganz im Gegenteil,
00:00:17: also über Geld reden,
00:00:18: das fällt uns schwer,
00:00:18: ja, über Tod reden,
00:00:20: das fällt uns noch schwerer
00:00:22: und dann beides zusammen
00:00:23: miteinander,
00:00:24: das ist schon
00:00:25: so richtig unangenehm
00:00:27: für die meisten.
00:00:28: Aber es ist extrem wichtig,
00:00:29: dass man darüber spricht,
00:00:31: weil es
00:00:31: eben um die nachfolgenden
00:00:32: Generationen geht.
00:00:33: Wir wollen darüber sprechen
00:00:35: heute, mit jemandem, der Klarheit
00:00:36: bei diesem Thema schafft.
00:00:37: Er ist Generationenmanager
00:00:39: bei der Allianz Lebensversicherungs-AG.
00:00:41: Hallo lieber Felix.
00:00:42: Hallo Lea, grüße dich!
00:00:44: Ja, ich habe es eben schon
00:00:45: eingangs erwähnt:
00:00:45: Wenn wir uns jetzt
00:00:46: heute das erste Mal treffen,
00:00:47: würden wir wahrscheinlich
00:00:48: weder über Geld
00:00:48: noch über den Tod sprechen,
00:00:49: freiwillig.
00:00:50: Aber wir wollen das heute machen,
00:00:51: damit unsere Hörer und Zuschauer
00:00:53: da einen Mehrwert draus ziehen.
00:00:55: Warum fällt es uns so schwer,
00:00:56: über Erben, über Schenken zu reden?
00:00:58: Ich verrate dir ein Geheimnis:
00:01:00: Das ist auch nicht
00:01:00: mein Lieblingsthema.
00:01:02: Ich meine,
00:01:02: wer beschäftigt sich schon gerne
00:01:04: mit der eigenen Endlichkeit?
00:01:05: Aber im Vergleich
00:01:06: zu anderen Lebensrisiken,
00:01:08: den großen Themen
00:01:09: wie Krankheit
00:01:10: oder Pflegebedürftigkeit, ist –
00:01:12: und das ist nun
00:01:14: wirklich kein Geheimnis:
00:01:15: Aus dieser Nummer,
00:01:16: aus dieser irdischen Existenz
00:01:18: kommen wir alle nicht lebend raus.
00:01:19: Das heißt,
00:01:20: es hilft ja
00:01:21: nichts, die Augen zuzumachen,
00:01:22: und deshalb ist
00:01:24: eben die Beschäftigung damit
00:01:25: so wichtig.
00:01:26: Es ist dann noch
00:01:27: ein anderer Punkt,
00:01:28: weil das deutsche Erbrecht
00:01:30: stammt noch aus Kaisers Zeiten,
00:01:32: also ist wirklich uralt.
00:01:34: Und sobald
00:01:34: die Familienverhältnisse
00:01:36: mal ein bisschen komplexer werden,
00:01:38: ich sage mal mehrfache Ehen
00:01:40: oder Patchworkfamilien,
00:01:42: ist es im deutschen Erbrecht
00:01:44: eigentlich nicht berücksichtigt.
00:01:45: Und das erzeugt dann am Ende
00:01:47: auch Wirkungen,
00:01:48: die wir alle nicht wollen,
00:01:49: weil dann entscheidet
00:01:50: der Gesetzgeber
00:01:51: und nicht unmaßgeblich
00:01:54: übrigens auch das Finanzamt.
00:01:55: Und das ist
00:01:56: ja nun wirklich das, was
00:01:57: die wenigsten wollen.
00:01:58: Ja, das heißt,
00:01:59: wenn ich eine gute
00:01:59: Entscheidung treffen will
00:02:00: für mich, für meine Kinder,
00:02:02: wie auch immer,
00:02:03: für meinen Ehepartner oder
00:02:04: eben auch Nicht-Ehepartner,
00:02:06: dann ist es nicht garantiert.
00:02:07: Ich muss mich aktiv darum kümmern.
00:02:09: Wann sollte ich
00:02:10: mich darum kümmern?
00:02:11: Naja, also
00:02:12: der beste Zeitpunkt war gestern.
00:02:15: Der zweitbeste
00:02:16: Zeitpunkt ist heute.
00:02:18: Das kann man,
00:02:19: glaube ich, schon mal sagen.
00:02:20: Und die meisten denken,
00:02:22: wenn sie dann schon
00:02:23: mal ein Testament gemacht haben,
00:02:25: dann ist ja auch alles in Ordnung,
00:02:27: dann war’s das für alle Ewigkeit.
00:02:29: Diese Entscheidung will man
00:02:30: schon natürlich
00:02:30: in der eigenen Hand behalten.
00:02:33: Ich glaube,
00:02:33: ich kenne einige, die schon recht
00:02:35: früh für meine Auffassung
00:02:38: sich damit beschäftigen und sagen:
00:02:39: Ich mache ein Testament.
00:02:40: So, dann habe ich das einmal geregelt,
00:02:42: denn das ist ein To-do,
00:02:42: ich kann das von meiner
00:02:43: Liste streichen,
00:02:44: ich muss mich mit diesem Thema
00:02:46: nicht auseinandersetzen.
00:02:48: Du guckst mich gerade an,
00:02:49: als würde das nicht stimmen.
00:02:50: Ja, das ist so ein bisschen
00:02:51: ein Trugschluss.
00:02:52: Also ich meine, ein Testament
00:02:53: ist erst mal ein guter Plan.
00:02:55: Das ist auch
00:02:56: die richtige Entscheidung.
00:02:57: Aber es ist ja nicht so,
00:02:59: wenn ich das einmal gemacht habe,
00:03:01: dass sich dann
00:03:01: an meinen Lebensverhältnissen
00:03:03: und an
00:03:03: meinen Vermögensverhältnissen
00:03:05: nie wieder was ändert.
00:03:07: Und dementsprechend
00:03:08: ist es auch ein System,
00:03:09: was immer wieder angepasst
00:03:11: werden muss.
00:03:12: Und wir sollten auch nicht vergessen:
00:03:14: Ein Testament, gerade
00:03:15: wenn es handgeschrieben ist,
00:03:17: wenn es vielleicht
00:03:18: zu Hause aufbewahrt wird,
00:03:19: ja, es gibt – böse
00:03:21: Zungen würden sagen,
00:03:23: Testamente verschwinden
00:03:24: auch schon mal,
00:03:25: wenn die Erben feststellen,
00:03:27: dass sie im Testament
00:03:28: nicht oder nicht
00:03:29: ausreichend bedacht worden sind.
00:03:32: Das heißt,
00:03:33: an der Stelle
00:03:34: ist vielleicht
00:03:35: der Besuch beim Notar
00:03:37: doch die bessere Lösung,
00:03:38: um eben ganz sicherzugehen,
00:03:40: dass das Testament auch
00:03:41: aufgefunden werden kann.
00:03:43: Und im Berliner Testament,
00:03:44: das ist in Deutschland
00:03:45: das meistverbreitete Testament,
00:03:48: wo der überlebende Ehegatte
00:03:50: der Alleinerbe ist,
00:03:52: hat auch seine Berechtigung,
00:03:53: hat aber
00:03:54: unter Umständen zur Konsequenz,
00:03:56: dass eben der Alleinerbe,
00:03:58: nämlich Ehegatte, alles bekommt.
00:04:01: Das sind dann, gerade
00:04:02: wenn Immobilien im Spiel sind,
00:04:04: häufig größere Vermögenswerte.
00:04:06: Und ob die nötige Liquidität
00:04:08: da ist, um dann
00:04:09: die Erbschaftsteuer
00:04:10: die sofort fällig ist,
00:04:11: zu begleichen,
00:04:12: ist ja noch die Frage.
00:04:14: Also deshalb auch
00:04:15: diese Regelungen
00:04:16: immer wieder überprüfen.
00:04:18: Und dann wirklich auch
00:04:19: sich damit auseinandersetzen,
00:04:20: was würde das bedeuten?
00:04:20: Also macht es überall Sinn, einer Person
00:04:23: all das zu vererben,
00:04:23: weil eben die Erbschaftsteuer
00:04:25: dann fällig ist?
00:04:25: Du sagst: Besser gestern
00:04:27: als heute darum kümmern.
00:04:29: Wahrscheinlich auch,
00:04:30: weil es finanzielle Vorteile hat,
00:04:32: wenn ich das früh genug mache
00:04:33: und nicht ein Testament verfasse
00:04:35: und nach meinem Ableben
00:04:36: greift das dann?
00:04:37: Welche Vorteile hat es,
00:04:38: wenn ich das eben
00:04:39: jetzt schon alles regle
00:04:40: und in die Wege leite?
00:04:41: Ja, also Zeit ist,
00:04:42: offen gestanden
00:04:43: einer der größten Hebel.
00:04:45: Es ist so,
00:04:46: dass ja auch die Freibeträge
00:04:48: alle zehn Jahre sich erneuern.
00:04:51: Bei Schenkung jetzt? Bei Schenkungen,
00:04:53: das heißt, wenn ich eben
00:04:54: warte bis zum Ende.
00:04:55: Ja gut, gestorben wird
00:04:56: nur einmal,
00:04:58: dann ist klar,
00:04:59: dann gibt es nur einen Freibetrag.
00:05:00: Wenn ich aber zu Lebzeiten schon
00:05:02: tätig werde,
00:05:03: wenn ich schon schenke,
00:05:04: dann habe ich eben
00:05:06: gerade bei Enkeln 200.000 Euro frei
00:05:09: alle zehn Jahre.
00:05:10: Bei Kindern sind es
00:05:11: sogar 400.000 Euro
00:05:13: und bei verheirateten
00:05:15: Partnern sind es 500.000.
00:05:17: Und das ist einfach bares Geld,
00:05:19: was man spart,
00:05:19: weil darauf fällt keine Steuer.
00:05:20: Ja definitiv,
00:05:21: ich meine, das sind fünf-
00:05:22: bis sechsstellige Beträge,
00:05:23: die man da einsparen kann,
00:05:25: gar keine Frage.
00:05:26: Ich glaube,
00:05:26: vielen geht es so,
00:05:27: wenn sie darüber nachdenken,
00:05:28: haben sie auch einfach
00:05:29: Angst, Kontrolle zu verlieren,
00:05:31: schon früh über ihr Geld,
00:05:34: wenn sie da
00:05:34: über Schenkungen nachdenken.
00:05:36: Wie siehst du dieses Thema?
00:05:38: Das ist so.
00:05:39: Es gibt ja
00:05:39: diesen schönen Spruch:
00:05:41: „Geschenkt ist geschenkt,
00:05:43: wiederholen ist gestohlen.“
00:05:44: Also man sollte sich
00:05:45: schon überlegen,
00:05:47: was man da tut
00:05:48: und was die letztlichen
00:05:50: Konsequenzen sind.
00:05:51: Und deshalb macht es durchaus
00:05:53: auch Sinn,
00:05:54: ja, Lösungen zu entwickeln,
00:05:56: wo es noch
00:05:56: ein Mitspracherecht gibt.
00:05:58: Also wir nennen das
00:05:59: eine sogenannte Veto-Police,
00:06:01: wo also eben der Schenker
00:06:04: ja noch mitspracheberechtigt bleibt.
00:06:06: Also es ist nicht immer
00:06:07: geschenkt, geschenkt
00:06:08: und wiederholen gestohlen?
00:06:09: Ja, man kann es
00:06:10: ja auch
00:06:10: mit irgendwelchen komplexen
00:06:11: Schenkungsverträgen machen.
00:06:14: Davon würde ich
00:06:15: im Regelfall abraten,
00:06:17: weil wenn das Misstrauen
00:06:18: schon so groß ist, ja
00:06:19: dann lasse ich es lieber gleich.
00:06:21: Was würdest du
00:06:22: abschließend konkret
00:06:23: bei dem Thema empfehlen?
00:06:25: Also ich nehme auf jeden Fall
00:06:26: mit, sich damit auseinandersetzen,
00:06:28: früh genug auseinandersetzen.
00:06:30: Auch Testament
00:06:31: einmal gemacht,
00:06:32: Schublade, nie wieder reingeguckt
00:06:33: reicht nicht aus. Was noch?
00:06:35: Ja, das ist auf jeden Fall eben
00:06:36: die Beschäftigung mit dem Thema,
00:06:38: auch der offene Umgang damit.
00:06:40: Also sprich: Im Familienkreis
00:06:43: das Thema
00:06:43: zu thematisieren,
00:06:45: darüber zu sprechen,
00:06:46: was sich die jeweiligen Parteien
00:06:47: auch wünschen und Vorstellungen.
00:06:50: Weil, ehrlich gesagt,
00:06:51: die meisten Menschen,
00:06:52: sobald ein gewisses Vermögen
00:06:54: da ist, haben auch
00:06:56: implizite Wünsche,
00:06:57: die sie vielleicht nicht äußern.
00:06:59: Und genauso auf Seiten der Kinder.
00:07:02: Da will
00:07:02: vielleicht das Familienwohnheim
00:07:05: gar nicht unbedingt
00:07:06: bezogen werden.
00:07:07: Irgendeine alte Bruchbude, die
00:07:09: aber einen emotionalen Wert hat.
00:07:11: Und das sind so Themen, die man
00:07:13: eben offen ansprechen muss
00:07:15: und das dann
00:07:16: immer wieder
00:07:17: auf den neuesten Stand bringen
00:07:18: muss.
00:07:18: Übrigens auch
00:07:19: im Kontext
00:07:20: mit Versicherungen gibt es ab
00:07:22: und zu mal Änderungsbedarf,
00:07:24: denn in jeder
00:07:25: Versicherungspolice sind
00:07:27: sogenannte Bezugsrechte.
00:07:28: Wer soll mal das Geld bekommen,
00:07:30: wenn mir etwas zustößt?
00:07:31: Ja und da stehen dann
00:07:32: halt bei
00:07:33: irgendwelchen alten Policen
00:07:34: Menschen drin,
00:07:35: mit denen man überhaupt
00:07:36: keinen Kontakt mehr hat
00:07:37: oder die man vielleicht
00:07:39: heute nicht mehr bedenken würde.
00:07:40: Das sind Themen.
00:07:42: Also immer diese laufende Pflege,
00:07:45: so eine Art TÜV,
00:07:46: auch für diese Nachfolgeplanung.
00:07:48: Okay, also
00:07:49: wissen, wo die Sachen auch stehen
00:07:50: und immer wieder reinschauen
00:07:51: in die Unterlagen.
00:07:53: Ist gedanklich notiert,
00:07:54: auch bei mir,
00:07:55: vielen Dank, lieber Felix,
00:07:56: schön,
00:07:56: dass wir darüber sprechen konnten,
00:07:58: auch wenn wir mussten,
00:07:59: aber es war gut,
00:08:00: dass wir es getan haben.
00:08:01: Sehr gerne.
00:08:02: Danke dir.
00:08:03: Danke euch fürs Zuhören.
00:08:04: Vielleicht konntet ihr
00:08:05: einiges mitnehmen.
00:08:06: Ich hoffe das sehr und freue mich,
00:08:07: wenn ihr auch
00:08:08: beim nächsten Mal
00:08:09: wieder einschaltet
00:08:10: bei den Allianz MiniTalks.
00:08:11: Vielen Dank, bis dahin. Eure Lea.
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