Schwankungen am Kapitalmarkt: Bloß keine Panik! #16
Shownotes
Kennt ihr das? Abends auf dem Sofa, ein Blick ins Depot und alles ist rot. Der erste Impuls: Schnell verkaufen! Aber ist das wirklich schlau? Lea spricht mit Arne von der Allianz darüber, warum Schwankungen am Kapitalmarkt völlig normal sind und wieso unser Gehirn uns mit dem „Säbelzahntiger-Reflex" in die Irre führt. Ihr erfahrt in dieser Folge, warum Panikverkäufe die schlechteste Reaktion sind, was das Corona-Beispiel 2020 über Erholung verrät, wie Diversifikation euch vor großen Verlusten schützt und warum langfristiges Denken wichtiger ist als der tägliche Blick ins Depot.
Moderation: Lea Wagner
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00:00:00: Vorhang auf für Allianz Mini
00:00:02: Talks.
00:00:03: Deinem
00:00:03: Podcast rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen!
00:00:08: Vielleicht habt ihr euch ja schon gut mit dem Thema Kapitalanlage beschäftigt vielleicht habt ihr sogar ein Depot?
00:00:14: Und dann kennt ihr sehr wahrscheinlich das Gefühl man guckt nochmal am Abend rein wenn man Zeit hat so aufm Sofa und sieht vielleicht oh alles rot und der erste Impuls bei den meisten wenn wir ehrlich sind ist Gefahr, Risiko.
00:00:27: Oh Gott ich will hier weg!
00:00:28: Ich verkauf alles am besten einfach
00:00:31: direkt.".
00:00:32: Dass dieser erste Impuls vielleicht nicht der beste ist darüber wollen wir heute sprechen und zwar mit Arne.
00:00:37: er ist Experte für Kapitalanlage bei Allianz Investment Management.
00:00:41: Hallo lieber Arne.
00:00:42: also ich habe eben davon gesprochen.
00:00:44: ich glaube du kennst das Gefühl wahrscheinlich auch selbst obwohl Du Experte bist für Kapitalanlage.
00:00:50: man sieht es ist rot Und man denkt, ich muss was tun.
00:00:54: Ich muss aktiv werden.
00:00:55: Woher kommt dieses
00:00:56: Gefühl?
00:00:56: Das Gefühl kennt jeder, der ein Aktien investiert ist und dieses Gefühl steckt ganz tief in uns drin.
00:01:03: so das menschliche Gehirn hat sich irgendwann entwickelt und da hat es sich eben als gut erwiesen.
00:01:08: Ich sehe eine Gefahr!
00:01:09: Der Sebelzahntiger steht da...ich muss kämpfen oder flüchten.
00:01:13: Auch wenn's an den Börsen keine Sebel-Zahn-Tier gibt ...das Gefühl dass es hervorruflich sind.
00:01:18: ganz ähnliches Und was haben wir für Möglichkeiten an der Börse?
00:01:23: Wir können unsere Aktien verkaufen.
00:01:24: Wir können diese Träume, die wir uns da beim Investieren vielleicht überlegt haben, was ich mit dem Geld machen soll... Das löst sich alles in Luft auf.
00:01:31: und dann kriege ich Angst, krieg ich Panik und sage okay shit!
00:01:35: Ich muss hier weg und verkaufe alles.
00:01:37: Und das ist ein verständlicher normaler aber doch falscher Reflex.
00:01:42: Da muss man ein bisschen drüberstehen, ein bisschen Abstand gewinnen und sagen ok, ich folge meinen Urinstinkten nicht Ich warte ab.
00:01:50: Warum ist es ein Falschreflex?
00:01:51: Wenn die Geschichte an den Kapitalmärkten für irgendwas gut ist, dann dass sich schwäche Phasen an Börsen wieder ablösen mit Stärkephasen.
00:01:59: und das ist in der Vergangenheit oft runtergegangen auch stark runter gegangen.
00:02:03: Corona Anfang im Jahr zwanzig ging es um dreißig Prozent runter im März.
00:02:07: Da ist natürlich erst mal ein ganz schlechtes Gefühl, dass wir uns denken, oh nein mein Geld und shit.
00:02:12: Und es geht bestimmt so weiter die Welt bricht zusammen.
00:02:14: Wer allerdings da verkauft hat diesen Verlust realisiert?
00:02:18: Und wer abgewartet hat und einfach sein Geld hat liegen lassen, hat am Ende des Jahres wieder einen Plus auf dem Quantum.
00:02:24: Also das ist ja dann quasi auch gar kein Verluste!
00:02:26: gewesen.
00:02:27: Der Verlust ist ja erst da, wenn ich dann eben aktiv werde und was tue?
00:02:31: Genau!
00:02:31: Wenn ich dann verkaufe...
00:02:32: Genau es fühlt sich aber anders an.
00:02:34: erstmal denkt man mein Geld ist weg und irgendwie ist auch weniger Geld auf dem Konto.
00:02:38: natürlich die Zahlen die lügen in dem Depo nicht Aber man muss das Vertrauen haben dass es schon wieder gut werden wird.
00:02:45: Und die Vergangenheit zeigt Es wird eigentlich immer wieder gut.
00:02:49: und wenn man diesen Reflex zu Flüchten nicht folgt Dann hat man der Vergangenhalt eigentlich immer profitiert.
00:02:55: Das Problem ist nur manchmal, je nachdem wie viele ich in meinem Depot liegen habe und wie viel ich auch sonst irgendwo liegen habe.
00:03:02: Manche brauchen dann vielleicht das Geld zum blödmöglichsten Zeitpunkt, wie eben im März, zwanzigzwanzig?
00:03:08: Und dann ist der Verlust real!
00:03:11: Typische Fehler, bei denen du sagst okay darauf sollte man achten das man sie vermeidet.
00:03:15: Ganz wichtig ist glaube ich nicht wirklich alles alles in Aktien zu investieren weil dann hat man genaues Problem was du gerade ansprichst dass man Geld braucht für eine Waschmaschine.
00:03:24: das Auto geht kaputt wenn es gerade richtig blöd ist wenn der blödes Detailpunkt ist dafür Aktien zur Verkaufen und dann sitzt man da und denkt der Shit.
00:03:33: deswegen ist es glaube ich ne gute Idee Notkroschen abseits von der Börse zu investierten zum Beispiel in Tagesgeld oder im Aufsparbuch, meinetwegen.
00:03:45: Dass man da auf jeden Fall drauf zugreifen kann und nicht an die investierten Sachen ran muss.
00:03:50: Notkroschen gibt es eine Faustregel?
00:03:51: Wie hoch der sein sollte?
00:03:52: Man sagt häufig so drei, vier Monatsgehälter sollte man erstmal auf die Seite legen damit man wirklich sagen kann okay Mir kann erst mal nichts passieren, was einigermaßen sinnvoll passieren kann.
00:04:03: Klar kann es größere Katastrophen geben aber dann ist man glaube ich erstmal auf der sicheren Seite dass man eben nicht ans eingemachte rein muss wenn's nötig
00:04:10: ist.
00:04:11: Also Gelassenheit und die muss man sich eben leisten können deshalb schon auch gucken das man nicht alles da rein haut.
00:04:16: welcher Zeitraumgelassenheit?
00:04:18: Und was würdest du noch empfehlen?
00:04:19: also wenn man an der Börse investiert muss man schon langen Horizont mitbringen.
00:04:23: Das ist eher etwas für zehn, fünfzehn Jahre oder so, dass man sagt okay ich baue mir hier wirklich was auf langfristig.
00:04:30: Wenn man da regelmäßig investiert breit gestreut dann ist man wirklich gut aufgestellt.
00:04:35: wenn man das geld wo man Einigermaßen sicher sagen kann, das brauche ich akut nicht.
00:04:39: Das brauche auch in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich nicht.
00:04:43: Dann ist man schon sehr gut aufgestellt.
00:04:45: Wahrscheinlich besser als viele andere die sich das vielleicht auch nicht trauen.
00:04:49: also
00:04:49: eine breit streuen.
00:04:51: was gibt es da für Möglichkeiten?
00:04:53: Da gibt's einige möglichkeiten heutzutage.
00:04:55: Man kann Lebensversicherung investieren, da ist man automatisch ganz stark diversifiziert breit gestreut.
00:05:02: Es gibt Sparpläne es gibt Anleihen, es gibt ganz viele Anlageklassen die zur Verfügung stehen.
00:05:08: wichtig ist dass man sich Gedanken macht was kann passieren und wie bin ich dann aufgestellt das ich nicht nur in einer Aktie investiert bin in einem Unternehmen sondern wirklich breit dass mir eigentlich nach menschlichen Ermessen nicht viel passieren kann, wenn an einer Stelle irgendwas
00:05:24: passiert.
00:05:24: Also Gelassenheit und Diversifikation nehme ich mit, wenn mal wieder alles rot ist würde ich sagen auch vielleicht einfach mal den hier machen und nicht jeden Tag reinschauen bei zehn, fünfzehn Jahre da muss ich halt auch nie jeden Tag gucken?
00:05:37: Genau richtig!
00:05:39: Es gab mir einen wirklich berühmten Investor in Deutschland Andre Costolani.
00:05:42: der hat gesagt kaufen Sie Aktien dann gehen sie in die Apotheke kaufen Schlaf-Tabletten schlafen fünfzehne Jahre und gucken dann wieder ins Depot.
00:05:50: rein Ganz extrem muss uns vielleicht nicht machen, aber wenn man einmal im Monat, einmal im Quartal reinguckt.
00:05:56: Wenn man das kann reicht es völlig aus!
00:05:59: Das ist ein sehr gutes Beispiel.
00:06:01: über die Dosis der Schlaftablette müssen wir noch mal reden.
00:06:03: ich glaube das klingt ein bisschen gefährlich.
00:06:04: Aber Arne vielen vielen Dank.
00:06:06: schön dass wir darüber gesprochen haben.
00:06:07: Ich nehme da einiges mit.
00:06:08: ich hoffe ihr auch und euch hat die Folge gefallen.
00:06:11: ich freue mich wenn wir uns beim nächsten Mal wieder sehen bei den Allianz Mini Talks.
00:06:14: bis dahin eure Lea.
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