Die drei Säulen der Altersvorsorge: Darum reicht eine Rente nicht aus #6

Shownotes

Habt ihr schonmal von den drei Säulen der Altersvorsorge gehört? Lea spricht heute mit Marcel. Er gibt Tipps, worauf ihr bei den verschiedenen Formen der Altersvorsorge achten solltet, was sich hinter den einzelnen Säulen verbirgt und wie diese zu eurer Altersabsicherung beitragen können.

Moderation: Lea Wagner

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00:00:00: Vorhang auf für Allianz MiniTalks, Deinen Podcast

00:00:03: rund um Versicherung, Vorsorge und Vermögen.

00:00:08: Heute gehts um

00:00:09: die richtige Bauweise eines Tempels.

00:00:12: Wir sprechen aber nicht mit einem Architekten, sondern wir sprechen mit jemandem,

00:00:16: der sich in Bezug auf Altersvorsorge richtig gut auskennt und das ist Marcel.

00:00:20: Hallo lieber Marcel.

00:00:21: Hallo.

00:00:22: Schön, dass Du da bist.

00:00:22: Dankeschön.

00:00:23: Also, Tempel und Altersvorsorge,

00:00:25: was haben denn diese zwei Bereiche miteinander zu tun?

00:00:28: Naja, erst mal würde ich sagen, das hat eigentlich

00:00:30: nix mit nem Tempel zu tun, weil Tempel hat was von Sakralbau.

00:00:35: Aber Altersvorsorge ist ja nix Religiöses.

00:00:38: Ist eher ein Profanbau.

00:00:40: Ich würde das vielleicht eher als Säulenportal

00:00:43: vor dem Gebäude eines schönen Altwerdens bezeichnen.

00:00:49: Schönes Bild

00:00:50: Und deswegen hat dieses Ding halt mehrere Säulen.

00:00:52: Man sagt es ja so ein bisschen

00:00:54: wegen eben der Säulen eines Tempels,

00:00:56: auf welche Säulen man setzt, damit der Tempel eben stabil ist,

00:00:59: genauso ist es auch bei der Altersvorsorge.

00:01:02: Ja, absolut.

00:01:04: Es gibt ja insgesamt drei Säulen der Altersversorgung.

00:01:06: Es gibt halt unterschiedliche Arten, wie man das machen kann.

00:01:09: Das eine ist die gesetzliche Altersversorgung,

00:01:11: dann gibts die betriebliche und dann gibts die private Altersversorgung.

00:01:14: Und jedes stabile

00:01:17: Bauwerk steht irgendwie auf mehreren Säulen.

00:01:20: Und daher ist dann immer sinnvoll, sich anzugucken,

00:01:22: welche brauche ich jetzt eigentlich, damit

00:01:25: am Ende die – mein eigenes Auskommen im Alter tatsächlich auch gesichert ist.

00:01:29: Ja, sakral hat damit wenig zu tun, das stimmt, aber

00:01:31: Tempel ist halt so ein altes Gebäude

00:01:33: und es soll ja auch lange halten dann im besten Fall.

00:01:35: Ja, in der Tat.

00:01:36: Du hast die drei Säulen eben kurz angeschnitten,

00:01:38: kannst Du es noch ein bisschen genauer ausführen,

00:01:41: was dahintersteckt und warum eben auch drei Säulen

00:01:43: wichtig sind?

00:01:45: Am Ende ist das ein Stück weit auch historisch gewachsen,

00:01:48: dass es drei Säulen gibt.

00:01:49: Früher war tatsächlich die gesetzliche Altersversorgung

00:01:52: diejenige, die am wichtigsten, am stärksten war.

00:01:54: Die anderen waren quasi ergänzende Altersversorgungssysteme.

00:01:59: Allerdings haben diese drei Säulen sehr, sehr unterschiedliche Finanzierungsarten.

00:02:04: Die gesetzliche Rente ist halt umlagefinanziert,

00:02:07: da gibt es keinen Kapitalstock, den ich jetzt irgendwie nutzen kann,

00:02:10: der sich vermehrt, sondern diejenigen, die heute die Beiträge zahlen, zahlen

00:02:13: auch diejenigen, die am Ende die Rente beziehen.

00:02:17: Die anderen beiden Säulen, betriebliche und private Altersversorgung,

00:02:21: sind eben kapitalgedeckte,

00:02:22: das heißt individuelle Sparpläne.

00:02:25: Mein Geld, was ich da reintue in das System, ist auch das, was

00:02:28: ich hinterher – natürlich mit einer Verzinsung – herausbekomme.

00:02:31: Und deswegen ist vielleicht auch ganz gut, dass wir so eine Mischung

00:02:33: aus zwei unterschiedlichen Arten haben.

00:02:35: Weil die Umlagefinanzierung hat natürlich sowas wie ja, ne demografische,

00:02:41: einen demografischen Faktor, der eine Rolle spielt,

00:02:44: und die kapitalgedeckte ist eben eine, die vor allen Dingen auf die Frage

00:02:49: der Kapitaleffizienz abstellt.

00:02:54: Da gehts um die Frage:

00:02:55: Wie kriege ich da am Ende mehr raus mit einer vernünftigen Kapitalanlage?

00:02:58: Und ich finde, einfach alle drei Säulen haben ihre Daseinsberechtigung,

00:03:02: auch wenn die erste Säule aufgrund der demografischen Entwicklung jetzt

00:03:05: vielleicht weniger wird, als das in der Vergangenheit mal der Fall war.

00:03:10: Das heißt, die anderen beiden Säulen,

00:03:11: wenn wir jetzt mal im Bild bleiben, dass die andere vielleicht ein bisschen anfängt zu bröckeln,

00:03:15: werden immer wichtiger.

00:03:17: Ja.

00:03:17: Was sind Vorteile,

00:03:18: wie sieht die konkret aus?

00:03:19: bei der zweiten Säule?

00:03:21: Ja die zweite Säule ist betriebliche Altersversorgung,

00:03:23: auch traditionell eine der sehr, sehr alten Säulen,

00:03:27: wo Arbeitgeber sehr früh schon angefangen haben, sich zu überlegen:

00:03:31: Was müssen wir eigentlich für unsere Arbeitnehmer tun,

00:03:34: damit die eben auch gut abgesichert sind im Alter?

00:03:38: Früher war das sehr, sehr viel Todesfallabsicherung,

00:03:40: Invaliditäts-Absicherung,

00:03:41: mittlerweile ist es aber echt eine Säule auch für Ansparvorgänge geworden.

00:03:46: Das heißt wirklich ansparen für Langlebigkeit.

00:03:49: Und der Gesetzgeber, der subventioniert dieses System,

00:03:53: indem er eben auch eine steuerfreie Einbringung in die Systeme zulässt,

00:03:57: das nennt man dann Entgeltumwandlung, wo ich Teile meines Entgelt reinbringen kann

00:04:01: mittlerweile der Arbeitgeber auch verpflichtet ist, Zuschüsse zu geben.

00:04:04: Immerhin 15 Prozent von jedem Euro, den ich selber in das System reingebe,

00:04:08: muss der Arbeitgeber dazugeben.

00:04:10: Und mittlerweile merken wir das natürlich auch:

00:04:13: Das Thema Fachkräftemangel ist überall ein Thema.

00:04:16: Und deswegen überlegen sich eben auch viele Arbeitgeber:

00:04:20: Was kann ich eigentlich tun,

00:04:21: um das System in meinem Unternehmen

00:04:23: auch mit einer Gesamtvergütung attraktiv zu gestalten?

00:04:25: Das heißt also auch Systeme, wo entweder mehr Zuschüsse gezahlt werden

00:04:29: oder wo auch die komplette Prämie dann über den Arbeitgeber bezahlt wird,

00:04:33: das sind durchaus Systeme,

00:04:34: die sind superattraktiv und deswegen würde ich auch jedem Arbeitnehmer,

00:04:39: jeder Arbeitnehmerin empfehlen,

00:04:40: einfach erst mal beim Arbeitgeber nachfragen,

00:04:42: wenn man sich mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigt, was für Modelle

00:04:45: es gibt, was angeboten wird und dann einfach entscheiden, was man macht.

00:04:49: Stimmt, klar.

00:04:50: Wenn wir jetzt noch mal bei der dritten

00:04:52: Säule bleiben, da gibt es ja auch viele Möglichkeiten.

00:04:54: Und auch die dritte Säule kann man quasi diversifizieren.

00:04:58: Da ist es wahrscheinlich auch ganz gut, wenn ich verschiedene

00:05:00: kleine Säulen in der dritten Säule verbaut habe.

00:05:02: Ja, also natürlich macht das immer Sinn, auch mehrere

00:05:06: Verträge, beispielsweise vielleicht auch in unterschiedlichen

00:05:09: Förderarten abzuschließen, weil zum Beispiel in der dritten Säule,

00:05:13: also wenn wir in der

00:05:14: privaten Altersversorgung sind,

00:05:16: da kann ich eine Riester-Förderung in Anspruch nehmen.

00:05:18: Macht auch total Sinn,

00:05:19: weil es dort entsprechende Förderungen auch vom Staat gibt.

00:05:22: Kinderförderung, entsprechende Eltern-Grundbeträge,

00:05:27: was wirklich am Ende ordentliche Beträge auch sind.

00:05:30: Also wir reden über 950 Euro für eine vierköpfige Familie,

00:05:35: die man an Förderung in Anspruch nehmen kann.

00:05:37: Aber aus den geförderten Altersversorgungen kommt am Ende

00:05:41: immer nur eine Leibrente raus.

00:05:42: Also da kommt eine lebenslange Rente raus, da kommt kein Kapital raus.

00:05:45: Vielleicht gibt es aber auch Formen von Altersversorgung,

00:05:48: wo auch Kapital ganz sinnvoll ist.

00:05:50: Und das ist dann eher etwas,

00:05:51: was ich mir privat anspare für spätere Investitionen, vielleicht

00:05:55: aber auch für die Vererbung

00:05:57: von bestimmten Teilen meines Vermögens an die nächste Generation.

00:06:00: Also da gibt es ganz, ganz viele Motive, die dahinter stecken, dann auch nicht

00:06:04: alles in einen Korb zu werfen,

00:06:05: sondern eben auch

00:06:06: unterschiedliche Varianten in einer privaten Altersversorgung zu nutzen, also

00:06:09: Also

00:06:10: ist private Altersvorsorge, diese dritte Säule, ja wirklich total vielfältig.

00:06:13: Wenn ich ne Wohnung kaufe, ist es vielleicht auch

00:06:15: ne dritte Säule Altersvorsorge, oder?

00:06:17: Ja, fällt zwar formal nicht in die Kategorie

00:06:20: Altersversorgung, sagen wir etwas flapsig

00:06:22: “Versuchen Sie im Alter mal, nen Stein zu essen, ist schwierig“,

00:06:24: aber natürlich ist das auch

00:06:26: ein Teil von Altersversorgung, wenn man Immobilienvermögen hat.

00:06:29: Weil wenn ich eine selbst genutzte Immobilie habe,

00:06:32: dann spar ich mir zumindest schon mal die Miete,

00:06:33: muss natürlich aber so was wie, was weiß ich,

00:06:38: Renovierungsarbeiten oder was an so einem Haushalt regelmäßig

00:06:41: fällig ist nach ein paar Jahren, muss ich halt irgendwie auch mit einplanen.

00:06:44: Also insofern muss man dann mal gucken, ob sich Immobilien tatsächlich als

00:06:48: Altersvorsorge eignen.

00:06:50: Manchmal ist das so, aber manchmal eben auch nicht.

00:06:53: Deshalb breit aufstellen, Marcel,

00:06:55: Genau.

00:06:55: wie Du ausgeführt hast.

00:06:57: Ich danke Dir vielmals. Ich habe viel mitgenommen.

00:06:59: Ich fühle mich ein bisschen besser informiert,

00:07:00: muss trotzdem sagen, so Altwerden will man echt

00:07:02: genau wie Zahnschmerzen, gerne wegschieben so, damit setzt man sich nicht gerne auseinander,

00:07:06: aber es ist einfach wichtig.

00:07:07: Marcel, vielen Dank für Deine Zeit,

00:07:09: schön, dass Du da warst.

00:07:10: Sehr gerne.

00:07:10: Ja das wars schon wieder mit unseren Allianz MiniTalks für heute.

00:07:13: Wir freuen uns natürlich sehr,

00:07:15: wenn Ihr auch beim nächsten Mal wieder dabei seid.

00:07:16: Bis bald, tschüss, Eure Lea.

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